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Gedanken zum Wahlmotto - Feststellung des Status Quo und Auftrag in Einem PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Max Fritz   
Dienstag, 27. Juni 2006
Lebensräume gestalten - Glaubensräume öffnen
Am 18. März 2007 werden die nächsten Pfarrgemeinderats-Wahlen stattfinden. Diese Wahlen sind eine Österreich weite Aktion, d.h. es wird in allen 10 Diözesen (auch die Militärdiözese ist dabei) am selben Tag gewählt. Das Motto der nun stattfindenden Wahl lautet „Lebensräume gestalten – Glaubensräume öffnen“. Es soll in dieser doppelten Botschaft Feststellung und Auftrag zugleich sein: denn tatsächlich wird das Motto der 2007 – Wahl ja schon in den Pfarren verwirklicht. Pfarren, Pfarrverbände, Dekanate, überregionale Strukturen der Kirche gestalten durch ihr Tun Lebensräume und öffnen durch ihre Gestaltung eben auch Glaubensräume.

 

Fangen wir mit dem zweiten Teil des Mottos an, „Glaubensräume öffnen“. Dabei dürfen wir von der Gewissheit ausgehen, dass der Glaube Geschenk und somit nicht machbar ist. Gott schenkt den Menschen unzählige Räume, in denen persönliche Begegnung mit IHM möglich wird. Im Weitergeben dieser Gotteserfahrungen eröffnen wir Glaubensräume und machen das Wirken Gottes auch für andere spürbar. Die Pfarre ist ein wesentlicher Ort, in dem Glaube möglich ist, in dem die vielfältigen Ausprägungen des christlichen Glaubens sichtbar werden. Nicht nur für die Gläubigen an sich, sondern auch für jene, die vielleicht nicht Teil der Pfarre, aber Bewohner der Gemeinde sind und allein schon durch kirchliches Brauchtum innerhalb des Jahresfestkreises „mitbekommen“, dass der  Glaubensraum Pfarre lebt. „Glaubensräume öffnen“ heißt für die Pfarre aber auch, sich zu öffnen, auf die Menschen zuzugehen, ihnen Gehör und Zeit zu schenken und sie einzuladen, sich der Gemeinschaft anzuschließen, die im Gottesdienst, im Dienst am Nächsten und im Dienst der Verkündigung erlebbar wird.

„Lebensräume gestalten“; auch dieses geschieht in den Pfarren in vielfältigster Art und Weise, durch das Engagement der Priester, Diakone, PastoralassistentInnen und der vielen Ehrenamtlichen, die das Geistliche im Leben des Ortes erlebbar machen und Orientierung geben in Zeiten, die von Verunsicherung und Perspektivenlosigkeit stärker werden. Es sind auch die kirchlichen Bauten, die Raum bieten für Gottesdienstgemeinden, Pfarrkindergärten, Eltern-Kind-Gruppen, Seniorengruppen, Bildungsveranstaltungen, kirchlichen Schulen etc. Und gerade weil Pfarren Lebensräume gestalten, ist der erste Teil des Mottos umso mehr auch Auftrag. Denn Lebensräume gestalten fordert die Pfarren heraus sich aktiv einzubringen, gesellschaftspolitisch wie sozial, heißt in einer Zeit, in der vor allem im ländlichen Raum die „Kirche der letzte Nahversorger ist“ (der Kärntner Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz) eben diese Funktionen zu übernehmen. Ein großer Auftrag, der dann nicht zur Überforderung wird, wenn Kirche mit anderen gesellschaftlichen Strukturen zusammenarbeitet und gegenseitige Unterstützung fördert.

 

Die Pfarrgemeinderatswahl 2007 ist daher mehr als nur eine Wahl, sie ist nicht am 18.März 2007, 24.00 MEZ beendet. Nein, sie stellt den Beginn eines Prozesses dar, der als Thema der nächsten Jahre „Lebensraum gestalten – Glaubensräume öffnen“ haben wird. Nicht nur in Zeiten, in denen immer mehr Priester mit der Betreuung mehrerer Pfarren beauftragt sind, können und sollen ehrenamtliche Frauen und Männer helfen, das pfarrliche Leben aktiv zu gestalten, ihren Lebensraum aktiv zu gestalten und so den Glaubensraum Pfarre offen zu halten.Es gilt daher, in der nächsten Pfarrgemeinderatsperiode die ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen noch mehr zu motivieren, Verantwortung zu übernehmen. Dabei wird es notwenig sein, den Blick deutlicher auf die Rahmenbedingungen zu richten und diese so zu gestalten, das ein zufriedenes Arbeiten möglich wird. Auch die Begleitung und Unterstützung der Pfarrgemeinderäte, besonders in Umbruchszeiten,  wird wichtiger werden. 
Letzte Aktualisierung ( Montag, 22. November 2010 )
 
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